Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2016
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Lage

23.6.2016

Die Buchdrucker-Fangzahlen in den Pheromonfallen tendierten im Beobachtungszeitraum gegen Null. Kälte, intensive Niederschläge und nur kurze Sonnenscheinphasen begründen dies. Es kam in dieser Phase sicherlich kaum zu Neubefall.
Das Leben in den Bäumen allerdings geht weiter: Mittlerweile finden sich in den meisten Lagen Jungkäfer in den Brutbilder, die schon teilweise kurz vor dem Ausflug stehen. Vielerorts hat aber auch der Reifungsfraß gerade erst begonnen.
Das hochsommerliche Wetter wird die Situation zunächst ändern. Die Wetterlage nach den angekündigten Gewittern ist heute noch nicht klar abzusehen.


Folgerungen für die Praxis


Nun ist Sommer. Dann siedelt der Buchdrucker eher im Bestandesinneren und kann dort nur schwer gefunden werden. Erfolgreiche Käferbekämpfung ist nur möglich, wenn sehr frühzeitig die Befallsnester mit entstehender Brut gefunden und entschärft werden. Mehrere Wochen nach Befallsbeginn, wenn sogar die Kronen schon zeichnen, ist kaum noch ein bremsender Effekt auf den Befallsverlauf zu erwarten.
Letzte Anlage der Geschwisterbruten, bald ausfliegende erste Jungkäfer – all dies wird zu einem vermehrten Auswurf von braunem Bohrmehl führen. Jenes ist an trockenen, warmen Tagen in Spinnweben und Rindenschuppen oder am Stammfuß der befallenen Fichten zu finden. Am Donnerstag und Freitag ist eine Suche nach befallenen Fichten wieder gut und effizient durchführbar. Nutzen Sie ab sofort das Sommerwetter für die Bohrmehlsuche; zum Anfang nächster Woche lohnen sich die Kontrollgänge dann wieder.

Wie wird’s gemacht: Bohrmehlsuche
Kennzeichen eines Käferbefalls sind:
̶ braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation
̶ Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, v. a. am Kronenansatz
̶ helle Flecken, sogenannte „Spiegel“ auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird
̶ charakteristische Fraßbilder unter der Rinde
̶ Rötung
̶ Abfall grüner oder roter Nadeln
̶
Die sicherste Möglichkeit, den besonders bedeutenden Stehendbefall rechtzeitig vor dem Ausflug der Käfer zu erkennen, stellt in der Flugzeitzeit die Suche nach Bohrmehl dar:
Wann und wie häufig?
Beginn der Suche im Frühjahr nach dem ersten Flug bis September, je nach Gefahrenlage im ein- bis zweiwöchigen Turnus. Da das Bohrmehl durch vorherigen starken Wind oder Regen weggeweht bzw. abgewaschen werden kann, müssen die Kontrollen bei solchen Witterungsverhältnissen ausgesetzt werden.

Wo?
Die Kontrolle ist gezielt im Bereich vorjähriger Befallsorte sowie südexponierter Lagen und aufgerissener Bestandesränder durchzuführen. Besonders gefährdete Bereiche bilden auch die Ränder von Windwurf- und Schneebruchnestern. Bei entsprechender Gefahrenlage sind alle Fichtenbestände einzubeziehen, wegen der Gefährdung durch Kupferstecher auch Jungwüchse.
Wie?
Die Kontrolle erfolgt in älteren Beständen einzeln, d.h. Baum für Baum. Für die Organisation einer raschen Aufarbeitung und der rechtzeitigen Abfuhr bzw. Unschädlichmachung befallener Bäume ist insbesondere bei größeren Betrieben die Anlage von Befallskarten sinnvoll. Befallene Bäume sind für den nachfolgenden Einschlag auffällig zu markieren.

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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