Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2018
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Lage

23.05.2018

Unstete Witterung, kalte Nächte, stundenweise Sommer-Feeling, lokale Unwetter und unsichere Vorhersagen. In den östlichen Landesteilen sind die Rahmenbedingungen ungleich schwieriger als derzeit im Westen bzw. in den Schwarzwald-Lagen. Die Fangzahlen sind im Keller, die Käfer in den liegenden Bäumen. Bohrmehlsuche wurde bisher durch Regen erschwert und war daher bisher nur wenig erfolgreich.


Wo droht die größte Gefahr? An den Randbäumen letztjähriger Käferlöcher und aufgerissener Waldränder sowie im Umkreis noch nicht aufgearbeiteter Einzel- und Nesterwürfe der Winterstürme.

Befallene Fichten müssen zeitnah gefunden, gekennzeichnet und unverzüglich aufgearbeitet werden. Nur so ist eine Ausweitung des Befalls auf benachbarte Fichten sowie der Wiederausflug zur Anlage einer Geschwisterbrut zu verhindern. Bei warmer Witterung können Geschwisterbruten zeitnah angelegt werden.

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Folgerungen für die Praxis

Kennzeichen eines Käferbefalls sind:
• braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation
• Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz
• helle Flecken, sogenannte ‚Spiegel‘, auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird
• charakteristische Fraßbilder unter der Rinde
• Rötung
• Abfall grüner oder roter Nadeln

Kontrollieren Sie Ihre Wälder! Zu kontrollieren sind:
• alle stehenden Fichtenbestände
• nach Schadereignissen, Hiebsmaßnahmen und Pflegeeingriffen liegengebliebenes, bruttaugliches Material
• aufgearbeitetes, in der Nähe gefährdeter Bestände lagerndes Nadelholz

Wann und wie häufig kontrollieren?
• ab jetzt bis Ende September
• je nach Gefahrenlage im ein- bis zweiwöchigen Turnus
• Kontrollen aussetzen bei starkem Wind oder Regen, da Bohrmehl weggeweht bzw. abgewaschen werden kann
WO?
• Kontrollen gezielt im Bereich vorjähriger Befallsorte
• in südexponierten Lagen und an aufgerissenen Bestandesrändern
• an Rändern von Windwurf- und Schneebruchnestern
• in allen Fichtenbeständen bei entsprechender Gefahrenlage
• an Jungwüchsen bei der Gefährdung durch Kupferstecher

WIE?
• in älteren Beständen einzeln, d. h. Baum für Baum
• befallene Bäume für den Einschlag auffällig markieren

Nach den Kontrollen bitte reagieren:
Können Sie das Holz nicht rechtzeitig aus dem Wald bringen, sind folgende Verfahren zu überlegen:
• Hacken, oder Stämme entrinden, sofern die Käfer noch nicht entwickelt sind.
• Zur Reduktion des Befallsrisikos ist es erforderlich, vorhandenes bruttaugliches Material (frische Fichtenkronen, Resthölzer und Reisigmatten) unverzüglich aufzuarbeiten (Hacken, Mulchen, Abfahren). Frischer Stehendbefall durch den Kupferstecher ist nicht erkennbar. Daher ist es umso notwendiger, liegendes bruttaugliches Material auf Kupferstecherbefall hin zu kontrollieren und bei Befall unverzüglich aufzuarbeiten.

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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