Die FVA - Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der FVA
[ Auftrag ]   [ Kernkompetenzen ]   [ Strategie ]   [ Die FVA in Bild und Ton ]  

Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der FVA

Wissenschaft lebt davon, dass sie weisungsfrei in Eigenverantwortung der Forschenden stattfindet. Ein wesentliches Merkmal wissenschaftlicher Arbeit ist die „radikale Freiheit, alles in Frage zu stellen, was behauptet wird“ und so grundsätzlich Neues zu finden sowie dieses in der ständigen Diskussion mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhärten. Diese idealen Randbedingungen zu beachten, erfordert ein hohes Maß an Verantwortung und Fähigkeit zur Selbstkritik von allen Beteiligten.

Dazu sind Randbedingungen notwendig:

Besonderes Merkmal der Forschungsarbeit an der FVA ist die enge, fachübergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen in Großprojekten. Hier ist neben der disziplinären Ausrichtung der vergleichsweise kleinen Teilarbeitsgruppen auch der effiziente Austausch von Informationen und Daten zwischen den Teilarbeitsgruppen und deren aktive Beteiligung an der gemeinsamen Entwicklung der spezifischen Methodik, insbesondere zu fachübergreifenden sowie synoptischen Auswertungsansätzen, und die Strategie der Projektbearbeitung zu organisieren. Hier ist die Bildung von Projektbeiräten mit klarem Mandat und Organisationsauftrag unabdingbar.

Besondere Gefährdungen an Ressortforschungseinrichtungen

Als Praxisforschungseinrichtung kommt der FVA eine spezifische Mittlerfunktion zwischen Universitäten, Forstbetrieben, Wirtschaftsunternehmen und Forstverwaltungen zu. In diesem Spannungsfeld können Ansprüche und Erwartungen entstehen, die zu wissenschaftlichem Fehlverhalten verleiten, wenn z.B. wissenschaftlich / methodische Sicherheit gegenüber dem Wunsch, die Erwartungshaltung der vorgesetzten Behörde zu erfüllen, ins Hintertreffen gerät.

Aufgrund der Stellung der FVA im Transferbereich zwischen Praxis und Forschung wird diese Institution besonders häufig für gutachterliche Tätigkeiten in Anspruch genommen. Hier ist besonders sorgfältig auf Unabhängigkeit der Gutachterin oder des Gutachters sowohl von der eigenen Verwaltung als auch gegenüber Dritten zu achten.

Durch den hohen Anteil an langfristigen Monitoringaufgaben an der FVA wird eine besondere Verpflichtung zur langfristigen Datenhaltung und Dokumentation begründet. Hier gilt, dass nicht nur die Ergebnisdaten selbst, sondern mit den Daten verknüpfte Methodenbeschreibungen, Metadaten und Berechnungsschritte dokumentiert werden. Eine solche integrale und langfristige Dokumentation von Ergebnissen, Methoden und dazugehörigen Metadaten kann auf analogem Weg erfolgen oder durch Einführung und Adaptation moderner Qualitätssicherungs-Instrumente wie z.B. Laborinformationssysteme unterstützt werden.

Einführung und Umsetzung

Im Einvernehmen mit dem Personalrat der FVA wurden Empfehlungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der FVA sowie die Beispielskataloge möglicher Sanktionen bzw. Konsequenzen bei wissenschaftlichem Fehlverhalten als verbindliche Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit im Dezember 2009 an der FVA eingeführt. Diese Empfehlungen stellen eine Adaptation der Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum gleichen Thema dar, welche an die spezifischen Belange und Gefährdungen von Ressortforschungseinrichtungen angepasst wurden. Zur Beratung und Klärung von Problemfällen wurde Dr. Gerald Kändler als sogenannter Ombudsmann eingesetzt. An ihn können sich alle Beschäftigten der FVA wenden, um Lösungen in einem Konfliktfall zu suchen oder sich über die Regeln, die bei guter wissenschaftlicher Praxis zu beachten sind, beraten zu lassen. Bei Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens können die Mitarbeitenden die Vertrauensperson jederzeit ansprechen und sich beraten lassen. Das gleiche Recht steht Mitarbeitenden zu, die sich dem Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens ausgesetzt sehen. Die Vertrauensperson prüft, ob Verdachtsmomente, die ein Fehlverhalten begründen könnten, vorliegen.

Originaldokumente zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der FVA

Brief des Direktors vom 16.12.2009
Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis
Beispielskataloge wissenschaftliches Fehlverhalten