Raufußhühner und Tourismus in NATURA 2000-Gebieten
EU-LIFE Kooperationsprojekt

EU-Life Projekt Das EU LIFE Kooperationsprojekt "Raufußhühner und Tourismus in NATURA 2000 Gebieten" wurde von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg/Deutschland im Anschluss an einen Besuch eines finnischen LIFE-Projektes initiiert. Es wird in Kooperation von vier LIFE Projekten aus Deutschland, Finnland und Schottland durchgeführt, deren Schwerpunkt auf der Integration von Tourismus und Naturschutzzielen (insbesondere Raufußhuhnschutz) liegt.

Ziele des Kooperationsprojekts sind:

  1. die Aggregation von Projekterfahrungen aus laufenden oder abgeschlossenen EU-LIFE Projekten mit Schwerpunkt auf Raufußhühnern und/oder integrativen Tourismuskonzepten
  2. die Zusammenfassung des aktuellen Wissenstandes zu allen Aspekten der Interaktion zwischen Raufußhuhnschutz und Tourismus einschließlich der Jagd
  3. daraus resultierend: die Entwicklung von Leitlinien für nachhaltige Tourismus- und Landnutzungskonzepte in von Raufußhühnern besiedelten Natura 2000 Gebieten durch eine internationale Gruppe von Experten.

  Diese Leitlinien sollen den unterschiedlichen Initiativen, Verbänden, Forschungsinstituten und Behörden, die sich mit Raufußhuhn- und Naturschutz, Landschaftsentwickung und Tourismus befassen, eine umfassende Grundlage für die Durchführung und Evaluierung von praktischen Maßnahmen, sowie für Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit liefern.

Auerwild im SchneeNeben der Erarbeitung von Leitlinien soll das Kooperationsprojekt einen über die Projektlaufzeit hinausgehenden, europaweiten Wissens- und Erfahrungsaustausch in Gang setzen sowie den weiteren Weg für eine internationale Zusammenarbeit bereiten. Weiterhin soll das Projekt Impulse für integrative Naturschutzkonzepte und nachhaltige Landnutzungskonzepte liefern, und so zur Erhaltung und Verbesserung von Biodiversität beitragen.

Um den aktuellen Wissensstand zu allen Aspekten des Themenfeldes Raufußhühner und Tourismus, einschließlich der Jagd zusammenzutragen und die unterschiedlichen Themen- und Konfliktfelder abzugrenzen, fand im April 2003 ein einführendes internationales Arbeitstreffen im Schwarzwald statt, zu dem neben den Projektpartnern europäische Spezialisten aus Praxis und Wissenschaft eingeladen wurden. Während dieses ersten Arbeitstreffens wurde der Komplex Raufußhuhnschutz und Tourismus unter verschiedenen Gesichtspunkten, d. h. aus Sicht des Raufußhuhnschutzes, der Jagd, der Waldwirtschaft, des Tourismus und des Naturschutzes analysiert. In Arbeitsgruppen, bestehend aus Experten der drei Schwerpunktregionen Skandinavien, Großbritannien und Zentraleuropa, wurden die Eigenheiten und Unterschiede der Regionen herausgearbeitet, aus denen sich unterschiedliche Ansprüche an Leitlinien ableiten lassen. Zusätzlich wurden das LIFE Projekt "Integraler Habitatschutz für Raufußhühner im Südschwarzwald" im Rahmen von Exkursionen mit lokalen Förstern und Projektbeteiligten vorgestellt und diskutiert.

Während des ersten Treffens wurden Arbeitsgruppen zu den genannten Schwerpunkten (Raufußhühner, Tourismus, Jagd, Waldwirtschaft und Naturschutz) gebildet, die sich aus Experten aller vertretener Regionen zusammensetzen. In diesen Arbeitsgruppen werden im Laufe dieses Jahres schrittweise Leitlinien erarbeitet. Zur Erleichterung der Kommunikation innerhalb und zwischen den Arbeitsgruppen wurde ein Internetforum eingerichtet.
Die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Leitlinien sollen auf einem abschließenden Workshop in Finnland (September 2004) zusammengeführt und endgültig formuliert werden. Sie werden in Form von Broschüren und einer Homepage publiziert. Zudem sind Publikationen in Fachzeitschriften geplant.

Weiterführende Links

Integraler Habitatschutz für Raufußhühner im Südschwarzwald
Forum 


Autor:

Dr. Rudi Suchant, Vero Braunisch
Abt. Landespflege,
Arbeitsbereich Wildökologie

 

Artikel-Datum: 06.04.2004

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