Das forstliche Versuchsgelände Liliental

Die Serbische Fichte

Picea omorika(Panc.) Purk.)

Serbische Fichte

Die Baumart

Die Omorika- oder Serbische Fichte (Picea omorika (Panc.) Purk.) war im Tertiär auch in Deutschland verbreitet. Heute ist ihr natürliches Vorkommen auf einen engen Bereich in Herzegowina, Bosnien, Montenegro und Nord-Albanien begrenzt. Sie siedelt in 700 bis 1500 m Höhe in rauhen, schwer zugänglichen Bergschluchten und bevorzugt dabei Nordlagen, in denen der Schnee lange liegen bleibt (4-6 C Jahresdurchschnittstemperatur; 1.000 mm Niederschlag). Erst 1875 wurde die Baumart im Quellgebiet der Drina im Tara-Gebirge im südwestlichen Serbien entdeckt. 55 verstreute Einzelvorkommen konnten nachgewiesen werden. Die Baumart erreicht Höhen von 35 m. Ihre Äste werden selten länger als 2 m. Dadurch besitzt sie eine charakteristische schmale, pyramidale Krone.
Die Standortansprüche der P. omorika sind bescheiden. Sie gedeiht auf trockenen Standorten ebenso wie auf feuchten Erlenböden, also noch dort, wo andere Koniferen längst kümmern. Sie gilt als rauchhart.

Omorika-Fichte ist im natürlichen Verbreitungsgebiet mit Picea abies (L.) Karst. vergesellschaftet, die in der Regel ab dem Stangenholzalter im Höhenwuchs überholt, jedoch weniger tief und kompakt wurzelt. P. omorika erträgt weniger Schatten als P. abies. Weitere begleitende Baumarten im Naturwald sind Fagus sylvatica L.,Carpinus betulus L., Acer pseudoplatanus L., Abies alba L. und Pinus nigra Arnold. Das Holzaufkommen von P. omorika ist nicht bedeutungsvoll. Die Vermarktung erfolgt zusammen mit P. abies.

Die Bestände der Serbischen Fichte

Lage und Standort

Oberhalb des Mammutbaumwaldes auf einem terrassierten Hang stockt im Distrikt 1/Abteiltung 18 (Vorderer Sautalbuck; Staatswald Breisach) ein 0,3 ha großer Omorika-Fichten-Bestand. Zwei Standorteinheiten sind berührt:

Buchenwald auf mäßig trockenem Lößhang

Mäßig trocken bis trocken, selten kleinflächig auch mäßig frisch, flach- bis tiefgründig, wenig entwickelter Lößboden; Silene nutans-, Mercurialis perennis-, Milium effusum-, Chrysanthemum corymbosum-, (Carex glauca-, Lamium galeobdolon-) Gruppe; Mull; Pararendsina.

Buchenwald auf mäßig frischem Lößhang

Mäßig frischer bis frischer, selten kleinflächig auch mäßig trockener, mittel- bis tiefgründiger humoser Lößböden; Ajuga reptans-, Lamium galeobdolon-, Asperula odorata-, Milium effusum-, Mercurialis perennis-, (Stachys sylvatica-, Urtica dioica-, Silene nutans-) Gruppe; Mull; Pararendsina.

Bestandesgeschichte und waldbauliche Behandlung

Der Bestand in Abteilung 19 wurde 1967, der in Abteilung 18 1969 jeweils im Verband 2 x 2 m gepflanzt. 1962 hatte die Landespflanzschule Weilheim eine größere Aussaat mit Saatgut durchgeführt, dessen Herkunft heute leider nicht mehr feststellbar ist. Von den aufgelaufenen 34.000 Sämlingen wurden 20.000 Stück 1964 als 2 + 0 Pflanzen für Versuchsanlagen von der FVA angekauft. Das Material kam teilweise zur Verschulung in die Pflanzschule im Liliental. Rund 1000 Pflanzen (2 + 3) standen 1967 für den ersten kleinen Bestand (Abteilung 19) zur Verfügung. 1969 konnten schließlich weitere 1500 Stück, jetzt als 2 + 5 Pflanzen in Abteilung 18 gesetzt werden.
Beide Bestände wurden als Reinbestände angelegt, wenn man vom obligatorischen Pappel-Vorwald absieht, der im Laufe der Jahre jedoch wieder geräumt wurde. Nennenswerte Ausfälle waren nicht zu verzeichnen.
Während im Bestand in Abteilung 19 bis 1989 keine Jungbestandspflege und keine Durchforstung eingelegt wurde, erfolgte im Bestand in Abteilung 18 1985 ein erster Eingriff, bei dem 25 % der Stammzahl entnommen wurden. Angaben zur Wuchsleistung wurden bislang nicht erhoben. Ein zweiter Durchforstungseingriff fand im Winter 1992/93 statt, bei dem auf beiden Flächen ca. 50 % der Stammzahl entnommen wurden.

Ausblick

Für die Zukunft sind Z-Baum-orientierte, starke Durchforstungen geplant, um möglichst Bäume mit Solitärcharakter zu erziehen, die den Besuchern das bekannte "Schleppenkleid" zeigen sollen. Die FVA-Abt. Waldschutz führt seit 1993 auf der Anbaufläche in Abt. 18 Versuche zur Beimpfung von Stubben mit antagonistischen Pilzen zur Rotfäule-Prophylaxe durch.

Literaturhinweise

SCHENCK (1939), FORSTAMT DER STADT KÖLN (1972), MITCHELL (1975), SCHMIDT-VOGT (1977)

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