Berechnung zur Waldbewertung

Datengrundlagen / Vorraussetzungen für die Berechnungen
[ Einführung ]   [ Quellenangaben ]   [ Berechnungen ]   [ Hinterlegte Datentabellen ]   [ Datengrundlage ändern ]

Datengrundlage

Aktuelle
Datengrundlage


Baden-Württemberg

Datengrundlage
ändern
Die Ertragstafelwerte für die vorliegende Untersuchung sind den Hilfstabellen für die Forsteinrichtung (1993) der Landesforstverwaltung Baden- Württemberg entnommen. Sie berücksichtigen den Stand der Ertragsforschung bis 1993. So wurden im Gegensatz zu den von Schober (1995) veröffentlichten Tabellen auch neuere Modelle, die u.a. eine Orientierung am Zukunftsbaum beinhalten, in die Datengrundlage eingearbeitet. Als Eingangswert dient dabei die Sollgrundfläche des verbleibenden Bestandes.

Für die Kiefer wurde das Behandlungsmodell nach Thren (1987), für die Buche das nach Freist (1962) und Altherr (1971) und für die Eiche das Behandlungsmodell nach Kenk (1978) verwendet.

Da die Ertragstafelwerte nur für zehnjährige Intervalle zur Verfügung stehen, werden Zwischenwerte mit Hilfe der Interpolation ermittelt, um einen fünfjährigen Turnus für Berechnungen zu ermöglichen.

Auf der Grundlage von Versuchsflächen der FVA Freiburg wurde der Waldwachstumssimulator W+ von der Abteilung Waldwachstum entwickelt. Mit diesem Simulationsprogramm wurden die Ertragsdaten für die Baumarten Fichte und Douglasie simuliert. Als Eingangsdaten wurden die Oberhöhe, die Anzahl der Bäume vor der Durchforstung, die Bestandesgrundfläche und das Alter des Bestandes verwendet.

Zinsfuß der Berechnungen

Für die hier durchgeführten Berechnungen wurde ein Zinsfuß von 1,5 unterstellt, der einem realistischen forstlichen internen Zinsfuß für den Staatsforstbetrieb Baden-Württemberg entsprechen sollte.

Kosten und Erlöse

Als Ausgangsdaten für die Berechnungen dieser Arbeit sind die Holzerntekosten und Holzerlöse des Jahres 2005 für den Staatsforstbetrieb Baden-Württemberg zugrunde gelegt.

Zu den Kulturkosten werden die Kosten der Schlagräumung, eine eventuellen Bodenbearbeitung, der Aufwand für die Pflanzenbeschaffung, die Pflanzung, die Kultursicherung und der Wildschutz gerechnet.

Die Jungbestandspflegekosten werden alle Kosten zugeordnet, die im Bestandesalter zwischen der geschlossenen Dickung und der ersten Durchforstung anfallen. Die bei diesen Maßnahmen in der Regel anfallenden Kosten wurden auf der Grundlage der Richtlinien zur Jungbestandspflege (MLR 1997) berechnet.

Beim Nadelholz und Laubholz wurde ab einem BHD von 35 cm das motormanuelle Holzernteverfahren unterstellt. In den darunter liegenden Durchmesserklassen erfolgen Fällung und Aufarbeitung vollmechanisiert. Die der Berechnung zugrunde liegenden Daten wurden aus dem Programm Holzernte sowie Richtwerten für vollmechanisierte Aufarbeitung des Regierungspräsidiums Freiburgs gewonnen.

Die untere Grenze für eine Aufarbeitung wurde entsprechend der vorliegenden Daten des Regierungspräsidiums Freiburgs bei einem mittleren Mindestbrusthöhendurchmessers des ausscheidenden Bestandes von 15 cm bei den Baumarten Fichte, Douglasie, Kiefer, Eiche und Esche, und 20 cm bei der Buche gezogen. Im Vergleich zu dem Simulationsprogramm und den Ertragstafeln bleiben damit nur wenige Festmeter in der Betrachtung unberücksichtigt.

Die sonstigen Kosten für Forstschutz und Wegebau, die Besteuerung von Grund und Boden und die Kosten für die langfristige Planung, die Forsteinrichtung, bleiben in dieser Betrachtung unberücksichtigt, weil davon ausgegangen werden kann, dass sie von den betrieblichen Gegebenheiten und Vorraussetzungen weitgehend bestimmt sind und sich nicht wesentlich durch einen Baumartenwechsel verändern.

Eine Zuordnung der Verwaltungskosten zu den einzelnen Beständen und Baumarten ist für die Betrachtung der hier angestrebten Erlös und Kostendifferenzen nicht notwendig. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Verwaltungskosten im Sinne von Fixkosten jährlich weitgehend unverändert anfallen und insofern nicht entscheidungsrelevant sind (Möhring 2006a). Für kleinere Betriebe mag diese Schlussfolgerung nicht unbedingt zutreffend sein. Eine bestandesweise und baumartenweise Zuordnung der Verwaltungskosten ist aber aus den momentan zur Verfügung stehenden Daten für den Staatsforstbetrieb Baden-Württembergs nicht möglich.

Für die Erlöse der einzelnen Baumarten werden die Holzerlöse der Jahres 2005 für den Staatsforstbetrieb Baden-Württemberg übernommen. Dabei wurden nur die Holzerlöse mit in die Betrachtung einbezogen. Sonstige Erlöse des Staatsforstbetriebes Baden-Württemberg wie z.B. die Jagd und Nebennutzungen bleiben hier unberücksichtig.

Bei den hier verwendeten Holzerlösen handelt es sich um Durchschnittspreise der einzelnen Baumarten. Diese setzen sich aus den verschiedenen Sortimenten und Güteklassen zusammen. Anhand der einzelnen Preise für die Sorten und die daran verkauften Massen wurde ein baumartenspezifischer Durchschnittspreis über alle Qualitäten ermittelt.

Verwendete Bonitäten

Nicht alle Wuchsgebiete und Standorte in Baden-Württemberg weisen das gleiche Leistungsvermögen für die darauf befindliche Bestockung auf. Um diesen Unterschieden des Standortes gerecht zu werden, sind für die Berechnungen jeweils drei Bonitäten verwendet worden. Für jede Baumart werden für die Berechnungen Daten eines Bestandes mit guter, mittlerer und schlechter Bonität zugrunde gelegt. Als Eingangsgröße dient die "absolute Höhenbonität". Als gute Bonität wird jeweils der Spitzenwert der Ertragstafel, als mittlere der Durchschnittswert und als geringe der geringste Wert verwendet.
[ Verwendete Bonitäten ]