Berechnung zur Waldbewertung

Einführung
[ Berechnungen ]   [ Datengrundlagen ]   [ Quellenangaben ]

Berechnung von forstlichen Nutzungseinschränkungen bei Veränderungen der forstlichen Bewirtschaftung

(auf der Basis eines von Möhring und Rüping (Abteilung für Forstökonomie und Forsteinrichtung der Universität Göttingen, 2006) vorgestellten Bewertungskonzeptes für forstliche Nutzungsbeschränkungen)

Die Berechnungen ermitteln Ertragsverluste, die sich als Folge von Abweichungen von der betriebswirtschaftlich optimalen Waldbewirtschaftung ergeben. Das zugrunde liegende Bewertungskonzept steht im Zusammenhang mit der Vertragswaldbewirtschaftung, bei der freiwillig, zeitlich befristete Vereinbarungen über Nutzungsänderungen zu schließen sind. Es soll an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass Veränderungen der Verkehrswerte, die zum Beispiel durch eine ordnungsgemäße Schutzgebietsausweisung entstehen können und im Rahmen von Enteignungsentschädigung auszugleichen sind, nicht durch das verwendete Bewertungskonzept abgedeckt werden. Die hier ermittelten Beträge sollen vielmehr als betriebswirtschaftliche Argumentationshilfe bei freiwilligen forstlichen Nutzungsbeschänkungen dienen.

Mit diesem Berechnungstool kann der Ertragsverlust im Bereich der Holzproduktion bei forstlichen Nutzungsbeschränkungen berechnet werden. Die hier vorgestellten Berechnungen bauen auf jährliche Erfolgsziffern der Holzproduktion in Euro je Hektar auf, die im Sinne von Annuitäten berechnet werden. Die verwendete Methode zur Berechnung basiert auf jährlichen Holzproduktionswerten. Diese entsprechen einem jährlichen Deckungsbeitrag aus der waldbaulichen Holzproduktion inklusiv der Kapitalkosten für die entscheidungserheblichen Zahlungen, vor Abzug der jährlichen Fixkosten. Mit Hilfe der "Annuität" wird der "originäre", laufend wechselnde Zahlungsstrom der Holzeinschläge in einen "derivaten", jährlich konstanten, aber ökonomisch äquivalenten Zahlungsstrom überführt. Formal wird dazu der Kapitalwert des Zahlungsstroms mit der Hilfe des Annuitäten- oder Wiedergewinnungsfaktors in die jährlich konstante Zahlungsgröße umgewandelt. Zur näheren Erläuterung der Methodik siehe Möhring und Rüping (2006) und weitere Quellen.

Die so ermittelte Erfolgsgröße kann im Prinzip jährlich bei der laufenden Holzproduktion entnommen werden. Dabei gehen nur die unmittelbar mit der Holzproduktion in Verbindung stehenden Zahlungsvorgänge für Bestandesbegründung, Läuterung und Holzernte in die Berechnung ein. Mögliche Erträge aus Nebennutzungen, Jagd etc. sind darin nicht enthalten. Für praktische Bewertungen bieten die jährlichen Holzproduktionswerte den Vorteil, dass an Stelle der Kapitalwerte, die sich auf längere, zum Teil unterschiedliche Zeiträume beziehen, jährliche, auf den Hektar bezogene Beträge verwendet werden. Zudem lassen sich derartige jährliche Zahlen relativ leicht interpretieren und mit anderen Größen (z.B. jährlichen Ausgleichszahlungen in der Landwirtschaft) vergleichen.

Die hier mitgeteilten Größen leiten sich aus dem zugrunde liegenden Bewertungskonzept und den beispielhaft gewählten Produktionsmodellen und Daten aus Niedersachsen und Baden-Württemberg ab. Sie haben insofern nur beispielhaften Charakter und dürfen nicht als "wahre" Werte missverstanden werden. Die Übertragung dieser Daten auf praktische Bewertungsfälle setzt deshalb regelmäßig sowohl die örtliche Überprüfung als auch der Datengrundlagen voraus. Auch dürfen die Größen, die im Sinne des Ertragswertkonzeptes den Nachteil (Nutzenentgang) im Bereich der Holzproduktion bei Nutzungsbeschränkungen beschreiben, nicht als "angemessene" Ausgleichsbeträge missverstanden werden. In Ausgleichsbeträge sind auch sonstige Nachteile, die sich zum Beispiel aus Verwaltungsmehraufwand, verminderter betrieblicher Flexibilität etc. ergeben können, mit einzubeziehen. Ein angemessener Ausgleich setzt stets auch einen Aushandlungsprozess zwischen Waldbesitz und den an den Nutzungsänderungen interessierten gesellschaftlichen Gruppen voraus, wobei jedoch die entstehenden Nachteile mindestens ausgeglichen werden sollten.

Dieses Berechnungstool wurde im Rahmen des Projektes Ökonomische Bewertung der Umsetzung der WRRL erstellt.

Anwendung

Die verschiedenen Berechnungsmöglichkeiten