Mollusca > Gastropoda > Stylommatophora > Vitrinidae (Glasschnecken)
Vitrea cf. pellicula (Kugelige Glasschnecke)
 

 Ochsenhausen

Ein einziges Individuum der nur 1,5 mm breiten "Kugeligen Glasschnecke" Vitrina cf. pellucida aus der Familie der Glasschnecken (Vitrinidae) wurde erfasst. Es befand sich im Oh der Holzaschenfläche (PFEIFFER 2003). Ein vermutlich weiteres Exemplar zerbrach während der Bestimmung.

 Web-Adressen

www.weichtiere.at
www.mollusken-nrw.de
www.rz-uni-frankfurt.de

 Ökologie

Die kugelige Glasschnecke kommt an mäßig feuchten Standorten, wie Wäldern, Wiesen und Kulturgelände, vor. Im Oktober beginnt für diese Art die Legeperiode, die bis in den Winter hinein andauert. Ihre Vertreter sind daher im Freiland bis Februar zu beobachten. Nach BOGON (1990) legen Glasschnecken nachts 6 - 8 schmutzigweiße, undurchsichtige Eier von ca. 1 mm Durchmesser. Die Jungen schlüpfen im März und leben zunächst unterirdisch, um im Herbst wieder an der Oberfläche zu erscheinen. Junge wie adulte Schnecken ernähren sich von welken Blätter und abgestorbenen Pflanzenteilen (BOGON 1990). Nach PERSSON (1988) hat Kalkung allgemein einen positivem Effekt auf Mollusken, da diese v.a. für ihr Gehäuse Kalzium benötigen. Diese Angaben konnten auf der Versuchsfläche "Ochsenhausen" bestätigt werden. Denn mit knapp 10 mg/g Kalzium auf der Dolomitfläche (Of) und bis zu 16 mg/g Kalzium auf der Holzaschefläche (Oh) wurden auf diesen beiden Flächen einerseits die höchsten Kalzium-Werte gemessen und zugleich nur dort Gehäuseschnecken angetroffen. Nach JUDAS (2002) allerdings sollten Schnecken, die in einem Nadelwaldbiotop nicht (mehr ?) vorkommen, auch noch 10 Jahre nach einer Kalkung dort nicht auftreten. Auf der Nadelwaldfläche bei Ochsenhausen hingegen sind die für die Zersetzung wichtigen saprophagen Schnecken wahrscheinlich schon 8 Jahre nach der Kalkung (Dolomit) bzw. Holzascheausbringung eingewandert (PFEIFFER 2003).

 Literatur

BOGON, K. (1990): Landschnecken: Biologie-Ökologie-Biotopschutz.- Natur-Verlag, Augsburg, 404 S.
JUDAS, M. (2002): Effekte von Meliorations-Kalkungen auf Gruppen der Boden-Makrofauna.- Forstarchiv, 73. Jahrgang (2002), S: 83-91
PERSSON, T. (1988): Effects of Liming on the Soil Fauna in Forests. A Literature Review.- Naturvardsverket, Rapport 3418, Solna
PFEIFFER, M. (2003): Bodenfaunistische Untersuchungen an Streu- und Mineralbodenproben des Düngeversuchs Ochsenhausen.- FVA Freiburg, Abt. Bodenkunde, (unv.)

 Weiterführende Literatur zu Bodenschnecken:

BOGON, K. (1990): Landschnecken: Biologie-Ökologie-Biotopschutz.- Natur-Verlag, Augsburg, 404 S.
DUNGER, W. & FIEDLER, H.J. (1997): Methoden der Bodenbiologie.- Gustav Fischer Verlag, Jena, 2. neu bearb. Aufl., 432 S.
TISCHLER, M. (1992): Stamm Mollusca.- In: SCHAEFER, M. (Hrsg.): Brohmer-Fauna von Deutschland: ein Bestimmungsbuch unserer heimischen Tierwelt.- Quelle u. Meyer, Heidelberg, Wiesbaden, 18. neu bearb. Aufl., S: 63-93